Übersetzung des Texts von Josef Váchal im Faksimile des Werkes „Der Böhmerwald, sterbend und romantisch“

Jahr der Herausgabe 2008, Verlag PASEKA

 

Die interessanteste Arbeit, die ich für meinen Klienten, Ladislav Horáček, den Gründer des Verlags PASEKA angefertigt habe.

 

Das monumentale Buch ist eines der bedeutendsten Werke der tschechischen modernen Kunst. Die Herausgabe des größten tschechischen Buches nach dem Codex Gigas schien im Jahr 2007 wirtschaftlich und technisch möglich geworden zu sein, u.a. wegen der finanziellen Unterstützung des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, der die Beilage einer deutschen Übersetzung von Váchals Texten verlangte.

Dieser Auftrag war für mich eine große Ehre und Herausforderung.

Josef Váchal hatte das ursprüngliche Buch zu Beginn der 30. Jahre des 20. Jahrhunderts in nur ein paar Exemplaren ausgedruckt, und zwar mit eigenhändig angefertigten Lettern und vor allem mit über siebzig Farbholzschnitten, die in der Weltgrafik nicht Ihresgleichen haben.

Hier war für mich das Interessante einerseits die Verschlingung der bildenden mit der literarischen Kunst und andererseits die Aktualität und Zeitlosigkeit dieses Werks:

Der Kunstessayist Jiří Olič schrieb darüber in seinem Aufsatz Die deutsche Gründlichkeit von Váchals Böhmerwald: „Die Kraft von Váchals Böhmerwaldvision liegt nicht in den allegorischen Kompositionen, sondern in den Bildern der Natur, in der Personifizierung der Verflechtungen, des Sprießens, Moderns, Wucherns, Keimens und des Untergangs. Das Künstlerische steht an erster Stelle. Aber Váchal genügte zu Beginn der dreißiger Jahre die bloße Kunst nicht mehr. Es war nicht genug, nur Künstler zu sein. Váchal will die Stimme sein, die in die Wüste hinausruft. Er schafft eine künstlerische Vision, in der Untergang und Verderben dominieren. Der Böhmerwald ist ihm eine große Metapher, die Prophezeiung von Umweltkatastrophen … Sicher hatte er nicht nur ein schönes Buch im Sinne, ein komplexes Gesamtkunstwerk – ein Vorzeigestück, wie viele Kunstarten er denn beherrscht. Eher sollte das ein moralischer Apell und ein Warnsignal an die Gesellschaft sein, die irrt und hartnäckig an ihren Fehlern festhält, ein Ausdruck des Erschrockenseins ob deren allgemeiner Gleichgültigkeit gegenüber der Natur und der Grausamkeit gegenüber den Tieren.“

Fotoquelle: www.vachal.cz